Der Bau-und Planungsausschuss hat das von Anfang an umstrittene Gewerbegebiet Unterauel endgültig ad acta gelegt und aus dem Entwurf zur Neufassung des Flächennutzungsplans gestrichen. Allerdings war dies nur möglich, weil durch die Abwesenheit des BIO-Mitglieds (ehem.AfD) im Ausschuss eine Pattsituation zwischen uns und der SPD auf der einen sowie der CDU und der FDP auf der anderen Seite entstanden war, die nur durch die Herausnahme von Unterauel aufgelöst werden konnte.
Wir sehen die Streichung als Erfolg für unsere jahrelange unermüdliche Arbeit gegen dieses Projekt und wir sind froh, dass die Planung für dieses absurde und naturzerstörende Vorhaben jetzt endlich Vergangenheit ist. Bündnis 90/Die Grünen lehnten seit Beginn der Planungen 2017 das vom damaligen Beigeordneten Bürger und dem SPD-Bürgermeister Weigt entwickelte Vorhaben eines Gewerbegebiets in der Hochwasserzone der Sülzauen bei Unterauel ab. Nur durch Zufall gelangte die nicht-öffentlich beschlossene Planung an die Öffentlichkeit, dabei u.a. die Information, dass 1,4 Mio. Euro schon ausgegeben waren um Grundstücke zu erwerben.
Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Sülzauen aus der Anwohnerschaft, dem Bergischen Naturschutzverein und später auch der örtlichen Jägerschaft positionierten wir uns von Beginn an gegen dieses Projekt: Planungen ohne Kosten-Nutzen-Analyse, Unwiederbringliche Zerstörung von natürlichen Retentionsflächen, Schutz der Flussauen durch Erhalt der natürlichen Überflutungsgebiete - das waren unsere Argumente im Wahlprogramm 2020.
Diese Punkte erfuhren bei dem Hochwasserereignis im Juli 2021 leider eine ganz furchtbare Aktualität. Zahlreichen Gespräche oder auch Ortstermine mit AnwohnerInnen, mit den
Bürgerinitiativen, mit Vertretern der Jägerschaft, aber auch mit Verwaltung und VertreterInnen der anderen Fraktionen im Stadtrat führten allerdings lange Zeit nicht zu einem Umdenken. Spätestens angesichts der entsetzlichen Schäden und des Ausmaßes der Flutkatastrophe 2021 konnte man erwarten, dass das Projekt Unterauel zum Erhalt der Retentionsflächen an der Sülz aufgegeben werden würde. Besonders für die Bevölkerung in Untereschbach aber auch für die Nachbarkommunen flussabwärts sind solche Flächen wichtig.
Wenigsten bei der SPD, die das von ihrem Bürgermeister initiierte Gewerbegebiet zusammen mit der Ratsmehrheit der anderen Parteien bis dahin aktiv unterstützt hatte, führte das Flutgeschehen 4 Jahre nach Beginn der Planungen im August 2021 zu einem Sinneswandel. Ratsherr Gerhard Bartel in der aktuellen Sitzung des Bauausschusses: "Es ist spätestens seit der Flutkatastrophe absurd, hier noch weitere Planungen aufrecht erhalten zu wollen."
Dem ist nichts hinzuzufügen und die Flächen in den Sülzauen können endlich für den Hochwasserschutz und den Schutz der Natur erhalten bleiben.
Ulrike Sandmann
Ratsmitglied
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